Das lebendige Gespräch

Das lebendige Gespräch ist viel mehr als nur Gespräch.

Es eröffnet Räume, in denen Ich sein darf mit all meinen Ambivalenzen, Widersprüchen, Fragen, Verrücktheiten, Peinlichkeiten und Eigenheiten.

Der Therapeut lässt sich empathisch ein, ohne sich zu verstricken. Er hat den ganzen Menschen im Blick in all seinen Zusammenhängen und Bezügen. Durch die Spiegelung der Körpersprache, Mimik, Gestik und Wortwahl wird sich der Patient seiner selbst bewußt.

In Begleitung des Therapeuten geht der Patient noch einmal mitten hindurch – durch den Schmerz, das Drama, das Trauma, das Leid, das Leiden. Dabei wird das (Zer-)Störende deutlich. In diesem konfrontativen Prozess wird eine gesunde Neuorientierung möglich, die vom Therapeuten gefördert und gestärkt wird. Jetzt darf gesund werden, was gekränkt war, krank wurde.

Das lebendige Gespräch im therapeutischen Prozess wird getragen von der Präsenz des Therapeuten, seiner Akzeptanz und seinem Respekt für sein Gegenüber. Es eröffnet in der Zweierbegegnung oder in der Gruppe die Möglichkeit zu wirklicher Begegnung.

Ob fördernd oder fordernd, stützend oder konfrontierend enthält sich die lebendige Gesprächsführung jeglicher Manipulation. Zuhören, achtsames Wahrnehmen sowie die eigene Erfahrung und ein tiefes Verständnis bestimmen seinen Verlauf. Spielerisch fließen andere therapeutische Arbeitsweisen in das Gespräch ein.